Eigentlich wart ihr immer ein richtig gutes Paar. Ihr habt euch gut ergänzt, jeder hatte seinen Freiraum und bei allem, was das Leben so mitgebracht hat, wart ihr irgendwie ein Team. Klar, es hat mal geruckelt. Aber die Basis war irgendwie da.
Und dann habt ihr euch ganz bewusst für eine Familie entschieden. Für Kinder. Für dieses gemeinsame Leben.
Und jetzt?
Streitet ihr plötzlich über Dinge, bei denen ihr euch manchmal selbst fragt: Warum eskaliert das gerade so?
Darüber, wer die Spülmaschine ausräumt. Wer die Kinder ins Bett bringt. Warum schon wieder niemand neue Windeln gekauft hat. Wer am Wochenende ausschlafen darf. Oder warum einer von euch scheinbar immer sagen muss, was überhaupt gemacht werden muss.
Aus einer kleinen Bemerkung wird innerhalb weniger Minuten ein großer Streit. Einer fühlt sich angegriffen, der andere nicht gesehen. Irgendwann seid ihr beide verletzt und am Ende wisst ihr manchmal selbst nicht mehr so genau, wie ihr eigentlich hier gelandet seid.
Und vielleicht ist da neben all dem Ärger noch etwas anderes.
Diese leise Angst, euch als Paar zu verlieren.
Denn eigentlich wolltet ihr genau das hier doch gemeinsam. Ihr wolltet Familie sein. Und gleichzeitig fühlt es sich manchmal so an, als würde genau das, womit alles angefangen hat, immer weiter in den Hintergrund rutschen: ihr beide.
Und das tut weh.
Weil es nicht nur um eure Beziehung geht. Sondern auch um eure Vorstellung davon, wie sich Familie einmal anfühlen sollte.
Vielleicht denkt ihr deshalb manchmal: Wie kann es sein, dass wir uns lieben, uns diese Familie gemeinsam gewünscht haben und uns trotzdem gegenseitig verlieren?
Warum verändert sich die Partnerschaft mit kleinen Kindern so sehr?
Mit einem Kind kommt nicht einfach ein weiterer Mensch zu eurem bisherigen Leben dazu. Stellt euch eure Familie wie ein Mobile vor: Bewegt sich einer, bewegt sich alles.
Euer Alltag verändert sich. Eure Zeit verändert sich. Eure Rollen verändern sich. Und zu eurer Partnerschaft kommt eine neue gemeinsame Aufgabe hinzu: Ihr seid jetzt nicht mehr nur Paar, sondern auch Eltern.
Plötzlich müssen jeden Tag unzählige Dinge entschieden, organisiert und erledigt werden. Wer bringt das Kind zur Kita? Wer bleibt zu Hause, wenn es krank ist? Was brauchen wir für morgen? Wer vereinbart den Arzttermin? Wer kümmert sich um den Einkauf? Und wann hat eigentlich zuletzt jemand das Bad geputzt?
Auch die finanzielle Situation verändert sich häufig. Vielleicht arbeitet einer von euch weniger als vorher. Vielleicht fühlt sich einer stärker dafür verantwortlich, dass finanziell alles läuft. Plötzlich geht es nicht mehr nur um das eigene Einkommen oder die eigenen Ausgaben, sondern um die finanzielle Verantwortung für eine ganze Familie.
Und genau darin liegt eine der großen Veränderungen: Verantwortung wird mehr – und sie kann sich für euch sehr unterschiedlich anfühlen.
Während einer vielleicht ständig im Kopf hat, was für die Kinder organisiert werden muss, beschäftigt den anderen stärker, wie die Familie finanziell abgesichert ist. Einer hat vielleicht das Gefühl, ständig an alles denken zu müssen, während der andere den Druck spürt, beruflich funktionieren und für ein sicheres Einkommen sorgen zu müssen.
Beides kann belasten. Und gleichzeitig kann bei beiden das Gefühl entstehen: Sieht der andere eigentlich, was ich alles trage?
Dazu kommen häufig weniger Schlaf, weniger freie Zeit und weniger Möglichkeiten, sich zurückzuziehen. Ihr seid schneller erschöpft, dünnhäutiger und habt weniger Raum, um Dinge in Ruhe miteinander zu besprechen.
Und dann soll da irgendwo auch noch eure Paarbeziehung stattfinden.
Wenn man sich einmal vor Augen führt, wie viel sich mit Kindern gleichzeitig verändert, ist es eigentlich gar nicht so überraschend, dass viele Paare genau in dieser Lebensphase an ihre Grenzen kommen.
Euer Alltag ist ein anderer. Eure Verantwortung ist größer. Eure Rollen verändern sich. Eure Zeit wird knapper. Vielleicht verändert sich eure finanzielle Situation. Ihr schlaft weniger, habt weniger Zeit für euch selbst – und müsst gleichzeitig erst herausfinden, wie ihr gemeinsam Eltern sein wollt.
Das ist verdammt viel Veränderung auf einmal.
Und trotzdem erwarten wir oft, dass unsere Partnerschaft einfach genauso weiterläuft wie vorher.
Vielleicht hilft deshalb schon ein erster Gedanke: Dass es zwischen euch gerade häufiger kracht, muss nicht bedeuten, dass eure Beziehung plötzlich schlecht ist. Es kann auch bedeuten, dass ihr als Paar vor ziemlich vielen neuen Herausforderungen gleichzeitig steht – und erst noch herausfinden müsst, wie ihr diese gemeinsam tragen wollt.
Warum streiten Eltern plötzlich über die kleinsten Dinge?
„Kannst du bitte endlich deine Sachen wegräumen?“
„Warum muss ich dir eigentlich immer sagen, was gemacht werden muss?“
„Ich habe heute auch den ganzen Tag gearbeitet.“
„Du siehst überhaupt nicht, was ich hier alles mache.“
Vielleicht kommen euch solche Sätze bekannt vor. Und vielleicht kennt ihr auch das Gefühl danach: Warum haben wir uns jetzt eigentlich so heftig darüber gestritten?
Denn auf den ersten Blick geht es um herumliegende Sachen, die Spülmaschine, das Zubettbringen oder darum, wer wann was erledigt.
Aber häufig steckt hinter diesen scheinbar kleinen Konflikten mehr.
Vielleicht geht es darum, sich mit der Verantwortung allein zu fühlen. Darum, dass die eigene Leistung nicht gesehen wird. Um das Gefühl, zu kurz zu kommen. Um unterschiedliche Vorstellungen davon, was fair ist oder um die Erwartung, dass der andere doch eigentlich von selbst sehen müsste, was gerade gebraucht wird.
Und auch hier können beide dieselbe Situation völlig unterschiedlich erleben.
Während einer denkt: „Warum bleibt das schon wieder alles an mir hängen?“, denkt der andere vielleicht: „Egal, was ich mache, es ist sowieso nie genug.“
Und plötzlich streitet ihr nicht mehr nur darüber, wer die Spülmaschine ausräumt. Es geht darum, ob ihr euch gesehen, wertgeschätzt und verstanden fühlt.
Genau deshalb können manche dieser vermeintlich kleinen Streits so groß werden und immer wieder auftauchen. Der konkrete Anlass verändert sich vielleicht. Das Thema dahinter bleibt.
5 typische Konflikte in der Partnerschaft mit kleinen Kindern
Natürlich streitet jedes Paar über andere Dinge. Trotzdem gibt es Themen, die in Partnerschaften mit kleinen Kindern besonders häufig auftauchen.
1. Wer macht eigentlich was und ist das fair?
Wer bringt die Kinder ins Bett? Wer kauft ein? Wer räumt auf? Wer steht nachts auf? Wer hat wann Zeit für sich?
Mit Kindern kommen viele neue Aufgaben hinzu. Und damit auch die Frage, wie ihr sie untereinander verteilt.
Dabei muss fair nicht automatisch 50:50 bedeuten. Entscheidend ist vielmehr, ob ihr beide das Gefühl habt, dass eure Aufteilung zu eurer aktuellen Lebenssituation passt und dass das, was jeder von euch übernimmt, gesehen wird. Hier geht es zum Blogartikel: Aufgaben in der Familie fair verteilen
2. Einer von euch hat gefühlt alles im Kopf
Manche Aufgaben sieht man. Andere laufen fast unsichtbar nebenher.
An den nächsten Kinderarzttermin denken. Wissen, wann neue Schuhe gebraucht werden. Die Nachricht aus der Kita im Kopf behalten. Ein Geschenk für den Kindergeburtstag besorgen. Rechtzeitig merken, dass die Windeln ausgehen.
Wenn diese Verantwortung überwiegend bei einer Person liegt, kann das Gefühl entstehen: „Ich bin hier für alles zuständig.“
Der andere erlebt die Situation möglicherweise ganz anders – und versteht gar nicht, warum die Stimmung plötzlich kippt.
Hier geht es zum Blogartikel: Mental Load im Familienalltag: Was hilft? | KLARO.
3. Ihr habt unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Familie funktionieren soll
Wie ordentlich muss es zu Hause sein? Wie konsequent wollen wir erziehen? Wie viel darf das Kind fernsehen? Wie wichtig sind gemeinsame Mahlzeiten? Wie viel arbeiten wir? Wie gehen wir mit Geld um? Und wie viel Zeit darf eigentlich jeder noch für sich selbst haben?
Viele dieser Fragen spielten früher keine Rolle.
Und häufig merken Paare erst im Familienalltag, dass sie Vorstellungen und Erwartungen mitbringen, über die sie vorher nie gesprochen haben.
4. Ihr redet ständig miteinander, aber kaum noch über euch
Macht mal einen kleinen Test: Öffnet euren WhatsApp-Chat und scrollt ein bisschen durch die letzten Wochen.
Worüber schreibt ihr euch, seit ihr Eltern seid?
„Kannst du noch Windeln mitbringen?“
„Bin 10 Minuten später da.“
„Bitte leise reinkommen, ich bringe gerade das Kind ins Bett.“
„Hast du der Kita schon geschrieben?“
„Wir brauchen Milch.“
„Was essen wir heute?“
Romantik pur. 😉
Ihr sprecht und schreibt wahrscheinlich jeden Tag miteinander. Nur dreht sich ein ziemlich großer Teil dieser Kommunikation darum, wer wann wo sein muss und was als Nächstes erledigt werden muss.
Für Fragen wie „Wie geht es dir eigentlich gerade?“ oder „Wie geht es uns eigentlich?“ bleibt zwischen Brotdosen, Wäschebergen und Abendroutine dagegen erstaunlich wenig Platz.
Und so kann es passieren, dass ihr organisatorisch ständig miteinander in Kontakt seid und gleichzeitig immer weniger davon mitbekommt, was den anderen gerade wirklich beschäftigt.
5. Ihr seid Eltern geworden, aber ihr wollt auch Paar bleiben
Mit kleinen Kindern steht häufig jemand anderes an erster Stelle. Und das ist erst einmal ziemlich nachvollziehbar.
Schwierig wird es, wenn eure Paarbeziehung dauerhaft nur noch das bekommt, was am Ende des Tages übrig bleibt: ein bisschen Zeit, ein bisschen Energie, ein bisschen Aufmerksamkeit.
Vielleicht vermisst ihr Nähe. Vielleicht Sex. Vielleicht gemeinsame Erlebnisse. Oder einfach dieses Gefühl, dass der Mensch neben euch nicht nur Mama oder Papa eurer Kinder ist, sondern immer noch euer Lieblingsmensch.
Und genau dann kann diese Frage wieder auftauchen:
Wo sind eigentlich wir geblieben?
Wenn ihr immer wieder über dasselbe streitet
Vielleicht habt ihr schon versucht, einzelne Konflikte zu lösen.
Ihr habt eine neue Aufgabenverteilung vereinbart. Euch vorgenommen, weniger gereizt zu reagieren. Oder beschlossen, euch endlich wieder mehr Zeit füreinander zu nehmen.
Und trotzdem landet ihr irgendwann wieder an derselben Stelle.
Dann lohnt es sich, nicht sofort nach der nächsten Lösung zu suchen, sondern erst einmal genauer hinzuschauen:
Was passiert bei uns eigentlich immer wieder?
Denn häufig liegt das Problem nicht nur in dem, worüber ihr gerade streitet. Spannend ist auch, was zwischen euch passiert.
Was erlebt jeder von euch in dieser Situation? Was löst das Verhalten des anderen bei euch aus? Welche Erwartungen habt ihr aneinander? Was braucht jeder von euch? Und was versucht ihr vielleicht schon seit Monaten, dem anderen verständlich zu machen, ohne euch wirklich verstanden zu fühlen?
Dabei geht es nicht darum herauszufinden, wer recht hat und wer sich ändern muss.
Es geht darum, eure beiden Perspektiven sichtbar zu machen und zu verstehen, warum ihr immer wieder an demselben Punkt landet.
Denn vielleicht sieht ein Streit von außen ziemlich banal aus: Einer räumt die Spülmaschine nicht aus, der andere wird sauer.
Für den einen steckt dahinter vielleicht: „Ich möchte nicht ständig für alles verantwortlich sein.“
Für den anderen: „Egal, was ich mache: es ist sowieso nie richtig.“
Und plötzlich wird verständlicher, warum eine Spülmaschine einen Streit auslösen kann, der eigentlich mit einer Spülmaschine ziemlich wenig zu tun hat.
Wenn ihr versteht, was hinter euren wiederkehrenden Konflikten steckt, könnt ihr anfangen, miteinander über das zu sprechen, worum es euch wirklich geht und gemeinsam überlegen, was ihr konkret verändern wollt.
Eigentlich solltet ihr darüber reden. Aber wann?
Wenn ihr euch in vielen dieser Themen wiedererkennt, seid ihr damit nicht allein.
Aufgabenverteilung, Mental Load, unterschiedliche Erwartungen, fehlende Zeit füreinander oder die Frage, wie man neben all dem Elternsein eigentlich noch Paar bleibt. Mit solchen Themen sind sehr viele Paare konfrontiert, wenn sie Kinder bekommen.
Und wir erleben in unserer Arbeit als Paarberaterinnen immer wieder Paare, bei denen eigentlich ziemlich klar ist: Ihr müsstet mal in Ruhe miteinander reden. Nicht zwischen Tür und Angel. Nicht abends völlig erledigt auf dem Sofa. Sondern richtig.
Nur: Wann?
Gerade mit kleinen Kindern ist es oft gar nicht so einfach, sich Unterstützung zu holen.
Eine Paarberatung bedeutet, einen passenden Termin zu finden. Beide müssen Zeit haben. Vielleicht braucht ihr eine Betreuung für die Kinder. Vielleicht sind eure Abende ohnehin schon voll. Vielleicht arbeitet einer von euch zu den typischen Beratungszeiten. Und vielleicht habt ihr schlicht keine Lust, euch neben Kita-Terminen, Kinderarzt, Arbeit und dem ganz normalen Familienwahnsinn noch einen weiteren Termin in den Kalender zu packen.
Oder ihr seid einfach nicht die Typen, die sich gegenübersetzen und mit einer Paarberaterin über ihre Beziehung sprechen möchten.
Und trotzdem kann der Leidensdruck ziemlich groß sein.
Ihr streitet immer wieder über dieselben Dinge. Ihr merkt, dass ihr euch voneinander entfernt. Ihr wollt etwas verändern, aber der Schritt in eine klassische Paarberatung fühlt sich für euch gerade trotzdem nicht passend oder machbar an.
Genau diese Lücke hat uns beschäftigt.
Wie können Paare einen professionell strukturierten Coachingprozess durchlaufen, ohne dafür regelmäßig Termine bei einer Paarberaterin oder einem Paarberater wahrnehmen zu müssen?
Daraus ist unser Paarcoaching to go entstanden.
Ein Coachingprozess für zu Hause, durch den ihr euch als Paar selbstständig Schritt für Schritt durcharbeitet. Ihr schaut nicht nur auf einen einzelnen Streit, sondern auf eure Situation insgesamt: Was läuft gut? Wo hakt es? Wie erlebt jeder von euch euren Familienalltag? Welche Themen möchtet ihr verändern? Und welche Lösungen passen wirklich zu euch?
Das Ganze macht ihr zu Hause und in eurem Tempo. Ihr entscheidet selbst, wann ihr euch Zeit dafür nehmt und wie schnell ihr durch den Prozess geht.
Denn Unterstützung für eure Beziehung sollte nicht daran scheitern, dass ihr ausgerechnet in einer Lebensphase, in der ohnehin schon alles voll ist, keinen Platz für noch mehr Organisationsstress habt.
Genau deshalb könnt ihr unser Paarcoaching to go dann nutzen, wenn es in euren Alltag passt, und euch Schritt für Schritt den Themen widmen, die euch als Paar gerade wirklich beschäftigen.
Und wenn ihr noch unsicher seid, ob Paarcoaching to go wirklich zu euch passt? Probiert es in Ruhe aus. Ihr habt 30 Tage Zeit, euch das Set anzuschauen und damit zu starten. Wenn ihr merkt, dass es doch nicht das Richtige für euch ist, schickt ihr es einfach an uns zurück und ihr bekommt euer Geld zurück. Mehr Infos gibt es hier: Selbstcoaching-Set für Eltern | Mehr Klarheit im Alltag